Densitometer und Spektralfotometer helfen dabei, die Qualität eines Drucks zu beurteilen. Sie liefern jedoch unterschiedliche Informationen: Das Densitometer bestimmt optische Dichte für die Druckprozesskontrolle. Das Spektralfotometer erfasst die Reflexion einer Probe über verschiedene Wellenlängen. Daraus können unter festgelegten Bedingungen Farbwerte berechnet und mit einer Referenz verglichen werden.
Für einen Contract Proof ist der farbmetrische Vergleich entscheidend. Ein Dichtewert allein zeigt nicht, ob die Farbe zur vereinbarten Druckbedingung passt. Sie benötigen dafür aber nicht zwangsläufig zwei Geräte: Spektraldensitometer verbinden spektrale Messung und densitometrische Auswertung.
Densitometer und Spektralfotometer im Vergleich
| Aufgabe | Passende Messung und Auswertung |
|---|---|
| Farbführung im Druck kontrollieren | Dichte und weitere Prozesskennwerte aus geeigneten Kontrollfeldern. |
| Farbabweichung zum Soll bestimmen | Spektrale Messung, Berechnung von Farbwerten und Vergleich mit einer festgelegten Referenz. |
| Medienkeil eines Proofs prüfen | Farbmetrische Auswertung der Messfelder nach den zur Druckbedingung gehörenden Kriterien. |
| Beide Aufgaben mit einem Gerät erledigen | Ein geeignetes Spektraldensitometer mit den benötigten Auswertefunktionen. |
Was misst ein Densitometer?
Beim Aufsichtsdruck erfasst das Messgerät reflektiertes Licht und bildet daraus einen logarithmischen Dichtewert. Die spektrale Bewertung und die gewählte Referenz gehören zur Messung dazu. Häufig wird die Dichte relativ zum unbedruckten Papier angegeben. Sie ist weder eine direkte Messung der Farbschichtdicke noch eine vollständige Beschreibung des Farbeindrucks.
In der Druckproduktion helfen Dichtewerte, die Farbführung zu kontrollieren. Aus Messungen passender Vollton- und Rasterfelder lassen sich außerdem Kennwerte wie die Tonwertzunahme ermitteln. Druckkontrast sowie Schieben und Dublieren erfordern ebenfalls geeignete Kontrollfelder und entsprechende Geräte- oder Softwarefunktionen. Ein einzelner Messwert auf einer beliebigen Fläche beantwortet diese Fragen nicht.
Die Grenze ist wichtig: Zwei Flächen können eine ähnliche Dichte besitzen und trotzdem unterschiedlich aussehen. Ein Dichtewert nennt keinen Farbort im Lab-Farbraum und keinen Farbabstand zu einer Vorlage.
Was misst ein Spektralfotometer?
Ein Spektralfotometer misst bei einer Druckprobe die Reflexion über verschiedene Wellenlängen des sichtbaren Lichts. Aus diesen spektralen Daten lassen sich beispielsweise CIE-L*a*b*-Werte berechnen. Dabei müssen Auswertungsbedingungen wie Normlichtart und Normalbeobachter festgelegt sein. Erst zusammen mit einem Referenzwert lässt sich daraus ein Farbabstand, Delta-E, bestimmen.
Messung und Bewertung sind deshalb zwei getrennte Schritte. Ein Gerät kann die Bewertung bereits integriert anbieten; andernfalls übernimmt sie die Software. Für ein nachvollziehbares Ergebnis müssen auch die verwendete Farbabstandsformel und die Toleranzregel feststehen. Ein Delta-E-Wert ohne diese Angaben ist keine vollständige Aussage über das Bestehen einer Prüfung.
Warum reicht Dichtemessung für einen Proof nicht aus?
Ein Proof soll eine vereinbarte Druckbedingung simulieren. Der mitgedruckte Medienkeil enthält definierte Farbfelder, deren Messwerte mit passenden Sollwerten verglichen werden. Diese stammen aus den Referenzdaten für die simulierte Druckbedingung. Die Fogra stellt dafür unter anderem Medienkeil-Sollwerte auf Basis ihrer Charakterisierungsdaten bereit.
Ein ICC-Profil steuert beziehungsweise beschreibt die Farbumrechnung. Es ist nicht mit einer beliebigen Sollwertliste gleichzusetzen. Profil, Referenzdaten, Messbedingung und Auswertung müssen zur selben vorgesehenen Druckbedingung passen.
Ein bestandener Medienkeil allein belegt nicht sämtliche Anforderungen der ISO 12647-7. Neben der Farbgenauigkeit sind weitere Eigenschaften relevant, beispielsweise das Proofsubstrat, die Homogenität und die Auflösung. Auch die Prüfung eines einzelnen Proofs ist von einer Fogra-Zertifizierung des herstellenden Betriebs zu unterscheiden. Dichtewerte ersetzen diesen farbmetrischen Nachweis nicht.
Was bedeuten M0, M1, M2 und M3?
Die Messbedingungen nach ISO 13655 beschreiben Eigenschaften der Messbeleuchtung. Sie sind besonders wichtig, wenn Papier optische Aufheller enthält: Diese reagieren auf UV-Licht und beeinflussen den gemessenen Farbeindruck.
- M0: Ältere Messbedingung mit nicht festgelegtem UV-Anteil. Relevant unter anderem für den Vergleich mit entsprechenden älteren Referenzdaten.
- M1: D50-bezogene Messbedingung, die eine definierte Berücksichtigung der durch UV-Licht angeregten Fluoreszenz ermöglicht.
- M2: Messung mit unterdrücktem UV-Anteil, häufig als UV-Cut bezeichnet.
- M3: Messung mit Polarisation zur Verringerung von Oberflächenreflexionen, vor allem in der densitometrischen Prozesskontrolle.
Entscheidend ist nicht, welcher Modus am modernsten klingt, sondern welcher zur Referenz und zur vorgesehenen Prüfung gehört. Messwerte aus verschiedenen Bedingungen sind nicht ohne Weiteres austauschbar. Für die visuelle Beurteilung sollten Sie zusätzlich geeignetes Normlicht D50 verwenden; ein Bildschirmvergleich ersetzt die Betrachtung des gedruckten Proofs nicht.
Worauf sollten Sie beim Messprotokoll achten?
Ein brauchbares Protokoll macht die Prüfung nachvollziehbar. Achten Sie insbesondere auf:
- die simulierte Druckbedingung und die zugehörige Referenz;
- den verwendeten Medienkeil und die Messbedingung;
- die angewandten Bewertungskriterien einschließlich Farbabstandsformel und Toleranzen;
- die Ergebnisse der Prüfung und eine eindeutige Zuordnung zum betreffenden Proof.
Für die Bestellung ist die wichtigste Vorarbeit deshalb die Abstimmung mit Ihrer Druckerei: Welche Druckbedingung soll der Proof simulieren, und welcher Nachweis wird benötigt? Wählen Sie beim Proof bestellen das dazu passende Profil. Densitometrie unterstützt die laufende Druckproduktion; die farbmetrische Referenzprüfung beantwortet eine andere Frage: Wie gut stimmt das gemessene Druckergebnis mit dem vereinbarten Ziel überein?
