Delta-E (ΔE) ist die mathematische Kennzahl für den Unterschied zwischen zwei Farben. Im Proofing wird Delta-E verwendet, um die Abweichung zwischen den Soll-Farbwerten des Druckstandards und den tatsächlich auf dem Proof gemessenen Werten zu quantifizieren.
Was bedeuten die Werte?
Delta-E wird im Lab-Farbraum berechnet. Je kleiner der Wert, desto geringer die Abweichung:
- ΔE 0–1: Farbunterschied nicht wahrnehmbar — ausgezeichnet
- ΔE 1–2: Nur bei direktem Vergleich sichtbar — sehr gut
- ΔE 2–3: Geübte Betrachter erkennen einen Unterschied — noch akzeptabel
- ΔE 3–5: Deutlich wahrnehmbar — an der Grenze der Toleranz
- ΔE über 5: Für jeden sichtbar — nicht mehr tolerierbar
ISO-Toleranzen für Proofs
Die ISO 12647-7 gibt klare Grenzwerte vor, die ein Proof einhalten muss:
- Durchschnittliches Delta-E über alle Farbfelder: maximal 3
- Einzelnes Farbfeld: maximal 5
- Primärfarben (C, M, Y, K): maximal 4
- Papierweißsimulation: maximal 3
Das Prüfprotokoll lesen
Jeder zertifizierte Proof wird mit einem Prüfprotokoll geliefert, das die gemessenen Delta-E-Werte auflistet. Überprüfen Sie, ob alle Werte innerhalb der Toleranzen liegen. Besonders die Primärfarben und die Graubalance sind aussagekräftig — hier zeigen sich Probleme in der Kalibrierung am deutlichsten. Der Medienkeil am Proofrand liefert die Grundlage für diese Messung.
