Die ISO 12647 ist eine internationale Normenreihe, die Qualitätsstandards für verschiedene Druckverfahren festlegt. Für die Proof-Erstellung sind vor allem zwei Teile relevant: Teil 2 für den Offsetdruck und Teil 7 für den digitalen Prüfdruck.
ISO 12647-2 — Offsetdruck
Dieser Teil definiert die Sollwerte für den Offsetdruck auf verschiedenen Papiertypen. Er legt fest, welche Farbwerte (in Lab) die Primärfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz sowie deren Überdruckungen erreichen sollen. Die hier definierten Werte sind die Zielvorgabe, die ein Proof simulieren muss.
ISO 12647-7 — Digitaler Prüfdruck
Teil 7 beschreibt die Anforderungen an Proofsysteme. Er regelt:
- Farbtoleranzen: Maximal zulässige Abweichungen der Proof-Farben von den Sollwerten (Delta-E)
- Tonwertwiedergabe: Wie genau der Proof die Rastertonwerte des Drucks simulieren muss
- Medienkeil-Anforderungen: Welche Kontrollfelder gedruckt und vermessen werden müssen
- Papieranforderungen: Welche Eigenschaften das Proofpapier erfüllen muss
Was bedeutet „standardkonform"?
Ein Proof gilt als standardkonform, wenn er alle Anforderungen der ISO 12647-7 erfüllt und dies durch ein Prüfprotokoll belegt werden kann. Die Norm gibt klare Grenzwerte vor: Der durchschnittliche Farbabstand (Delta-E) darf maximal bei 3 liegen, einzelne Farbfelder dürfen höchstens um 5 abweichen. Nur wenn diese Werte eingehalten werden, handelt es sich um einen normgerechten Proof.
Diese Standardisierung sorgt dafür, dass ein Proof in Hamburg genauso aussieht wie einer in München — vorausgesetzt, beide Systeme arbeiten normkonform.
