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Fachwissen

Medienkeil-Aufbau und Messprotokoll lesen

Aufbau des Ugra/Fogra-Medienkeils CMYK V3.0 mit 72 Feldern und Zeile für Zeile erklärt, was im Messprotokoll steht.

Von Hirsch Printmedien

Farbkontrollfelder und Lupe zur Veranschaulichung der Druckkontrolle.
Farbkontrollfelder und Lupe zur Veranschaulichung der Druckkontrolle.

Kurzantwort: Der Ugra/Fogra-Medienkeil CMYK V3.0 ist ein Kontrollstreifen aus 72 Farbfeldern, der am Rand eines digitalen Proofs mitgedruckt und gemessen wird. Er besteht aus 59 ein- und mehrfarbigen Feldern, einem Buntgraukeil, einem Echtgraukeil und einem unbedruckten Feld für das Papierweiß. Im gebräuchlichen Layout V3.0a sind die Felder 8,5 × 10 mm groß und in drei Reihen (A, B, C) zu je 24 Spalten angeordnet, insgesamt rund 229 × 37 mm. Das Messprotokoll vergleicht die gemessenen Lab-Werte mit den Sollwerten der Druckbedingung und bewertet sie nach den Toleranzen der ISO 12647-7:2016. Stand: 5. Oktober 2026.

Dieser Beitrag zeigt den Aufbau des Keils und erklärt Zeile für Zeile, was in einem Prüfprotokoll steht. Warum der Medienkeil für einen farbverbindlichen Proof unverzichtbar ist, erklärt der Grundlagenbeitrag Medienkeil.

Aufbau des Ugra/Fogra-Medienkeils CMYK V3.0

BereichFelderWofür
PrimärfarbenCyan, Magenta, Gelb, Schwarz als Vollton und in Rasterstufen, Volltöne u. a. A1 (C), A6 (M), A11 (Y), A21 (K)Farbort der Volltöne, Tonwertverlauf
SekundärfarbenRot, Grün, Blau aus ZusammendruckenÜbereinanderdruck der Prozessfarben
BuntgrauB16 bis B21, aus Cyan, Magenta und Gelb aufgebautGraubalance, Farbstiche
EchtgrauRasterstufen aus SchwarzVergleich mit dem Buntgrau
LichterFelder mit 10 % und 20 % FlächendeckungZeichnung in hellen Bereichen
Tiefendunkle Felder bis L* ≤ 35, Buntfarben auf SchwarzZeichnung in dunklen Bereichen
Papierweißunbedrucktes Feld C21Simulation des Papierweißes

Die Version 3.0 enthält alle 46 Felder der Vorgängerversionen 2.x. Neu hinzugekommen sind laut Ugra die Lichterfelder mit 10 und 20 %, eine zweite Graufeldbedingung, Buntfarbenüberdruck auf Schwarz und Felder im Tiefenbereich. Für großformatige Drucke gibt es zusätzlich das Layout „LFP“ mit 19 × 13 mm großen Feldern.

Wie sieht der Ugra-Testkeil für den Digitaldruck aus?

Für digitale Prüfdrucke wird derselbe Ugra/Fogra-Medienkeil CMYK V3.0 verwendet; ein eigener „Digitaldruck-Keil“ ist dafür nicht nötig. Welche Sollwerte gelten, hängt allein von der simulierten Druckbedingung ab: Die Fogra stellt zu jeder Charakterisierung einen passenden Satz Medienkeil-Sollwerte bereit, etwa für FOGRA39, FOGRA51 oder FOGRA52. Für Daten mit Sonderfarben gibt es die Erweiterung Fogra-Medienkeil MultiColor. Auf dem Bogen erkennen Sie den Keil an drei Farbfeldreihen mit der Beschriftung „Fogra Media Wedge CMYK V3.0“ und den Spaltennummern 1 bis 24.

Was steht im Messprotokoll?

Ein vollständiges Protokoll besteht aus zwei Teilen: den Statusinformationen und der Auswertung.

Statusinformationen

  • Ersteller des Proofs, Dateiname, Datum und Uhrzeit
  • Proofsystem: RIP-Software und Druckermodell, Tinten und Proofpapier
  • simulierte Druckbedingung, zum Beispiel „ISO Coated v2 (39L)“ oder „PSO Coated v3“
  • Kontrollkeil und Version, Messgerät und Messbedingung, zum Beispiel D50 / 2° / M1 / weiße Unterlage

Auswertung nach ISO 12647-7:2016

Zeile im ProtokollFelderToleranz
Mittelwert ΔE00alle Felder≤ 2,5
Maximum ΔE00alle Felder≤ 5,0
Papierweiß / BedruckstoffC21ΔE00 ≤ 3,0
PrimärfarbenA1, A6, A11, A21ΔE00 ≤ 3,0
Primärfarben, BunttonA1, A6, A11ΔH ≤ 2,5
Buntgrau, MittelwertB16 bis B21ΔCh ≤ 2,0
Buntgrau, MaximumB16 bis B21ΔCh ≤ 3,5

Das ausführliche Protokoll listet zusätzlich für jedes der 72 Felder Soll- und Istwerte (L*, a*, b*) und die Abweichung. Wichtig ist der Index „00“: ΔE00-Werte nach der aktuellen Norm und ΔE*ab-Werte nach der Ausgabe 2007 sind nicht ineinander umrechenbar.

So prüfen Sie ein Protokoll

  1. Zuordnung: Gehören Dateiname, Datum und Uhrzeit zu Ihrem Bogen?
  2. Druckbedingung: Ist die simulierte Druckbedingung die, für die Ihre Daten separiert wurden?
  3. Formel: Steht ΔE00 im Protokoll? Ältere Protokolle mit ΔE*ab sind nach anderen Toleranzen bewertet.
  4. Ergebnis: Sind alle Kriterien bestanden? Ein einzelnes „nicht bestanden“ macht den Proof als Farbreferenz fraglich.
  5. Grenzen kennen: Ein bestandener Medienkeil belegt die Farbgenauigkeit des Bogens, nicht sämtliche Anforderungen der ISO 12647-7 an Proofpapier und Proofsystem.

Häufige Fragen zu Medienkeil und Messprotokoll

Wie viele Felder hat der Fogra-Medienkeil?

Der Ugra/Fogra-Medienkeil CMYK V3.0 hat 72 Felder: 59 ein- und mehrfarbige Farbfelder, einen Buntgraukeil, einen Echtgraukeil und ein unbedrucktes Papierweißfeld.

Wo bekomme ich ein Fogra-Prüfprotokoll als PDF?

Das Protokoll erzeugt die Proof- bzw. Messsoftware des Dienstleisters zu jedem gemessenen Proof. Bei proof-drucken.de steht das Ergebnis als Prüflabel auf jedem Proof; das ausführliche Messprotokoll mit allen 72 Feldern können Sie für 4,00 € brutto je Proof dazubestellen.

Was bedeuten A1, A6, A11 und A21?

Das sind die Feldbezeichnungen der Volltöne Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz in Reihe A des Medienkeils. Sie werden für das Kriterium Primärfarben ausgewertet.

Was ist der Unterschied zwischen ΔH und ΔCh?

ΔH ist der Bunttonabstand, mit dem die Primärfarben auf Farbtonverschiebung geprüft werden. ΔCh ist der Buntheitsabstand bei etwa gleicher Helligkeit; ISO 12647-7:2016 verwendet ihn für das Buntgrau, weil ΔH nahe der Grauachse instabil ist.

Kann ich den Medienkeil selbst nachmessen?

Ja, mit einem Spektralfotometer und einer Software, die die Medienkeil-Sollwerte der Druckbedingung kennt. Messbedingung und Unterlage müssen zu den Sollwerten passen, sonst sind die Werte nicht vergleichbar.

Fachliche Quellen

Einen Proof mit gemessenem Medienkeil bestellen Sie bei proof-drucken.de im Bestellprozess, auf Wunsch mit ausführlichem Messprotokoll.