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Fachwissen

ISO 12647-7: aktuelle Ausgabe und Toleranzen

ISO 12647-7 für Contract Proofs: aktuelle Ausgabe 2016, Änderungen gegenüber 2007/2013 und alle Toleranzen in ΔE00.

Von Hirsch Printmedien

Offsetdruck in der Produktion: ISO 12647-7 regelt den digitalen Proof, der diese Druckbedingung simuliert.
Offsetdruck in der Produktion: ISO 12647-7 regelt den digitalen Proof, der diese Druckbedingung simuliert.

Kurzantwort: ISO 12647-7 ist die internationale Norm für digitale Prüfdrucke (Contract Proofs), die direkt aus Daten erstellt werden. Maßgeblich ist aktuell die dritte Ausgabe ISO 12647-7:2016; sie ersetzte die Ausgabe 2013 und ist im Katalog der ISO nach der regelmäßigen Überprüfung als bestätigt geführt. Eine neuere Ausgabe ist uns nicht bekannt – die gültige Fassung können Sie beim DIN Media Verlag (früher Beuth) oder bei der ISO prüfen. Kern der Ausgabe 2016: Alle Farbabstände werden in ΔE00 (CIEDE2000) angegeben; für den Medienkeil gelten unter anderem Mittelwert ≤ 2,5 und Maximum ≤ 5,0 ΔE00. Stand: 5. Oktober 2026.

Ausgaben der ISO 12647-7

AusgabeStatusWichtigste Änderung
ISO 12647-7:2007zurückgezogenerste Ausgabe, Toleranzen in ΔE*ab (CIELAB 1976)
ISO 12647-7:2013zurückgezogen, ersetzt durch 2016zweite Ausgabe
ISO 12647-7:2016gültig, nach Überprüfung bestätigtFarbabstände in ΔE00, Substratwahl überarbeitet, Grundunterstützung für Sonderfarben

Laut Vorwort der Ausgabe 2016 wurden außerdem von Fachleuten benannte Unstimmigkeiten behoben und die Begriffe aktualisiert. Wer nach einer „neuen ISO 12647“ fragt, meint oft einen anderen Normteil: Für den Offsetdruck gilt ISO 12647-2:2013, an deren Nachfolger die ISO derzeit als Entwurf arbeitet. Für Validation Prints erschien 2021 eine neue Ausgabe der ISO 12647-8.

Was ISO 12647-7 regelt

Die Norm legt Anforderungen an Systeme fest, die gedruckte digitale Proofs erzeugen, und beschreibt Prüfverfahren dafür. Ein Proof soll eine Druckbedingung simulieren, die durch Charakterisierungsdaten beschrieben ist, zum Beispiel FOGRA51. Die Anforderungen betreffen:

  • Daten: Proofsysteme sollen PDF/X verarbeiten; die beabsichtigte Druckbedingung muss angegeben sein.
  • Proofsubstrat: Papierweiß der Druckbedingung mit höchstens 3,0 ΔE00 simulierbar, passende Glanzklasse, möglichst gleiche Fluoreszenzstufe.
  • Farbgenauigkeit: Primärfarben-Volltöne höchstens 3,0 ΔE00, Kontrollstreifen im Mittel höchstens 2,5 ΔE00.
  • Homogenität: An neun Stellen des Bogens höchstens 2,0 ΔE00 Abweichung vom Mittelwert.
  • Wiederholbarkeit: Von einem Tag zum nächsten höchstens 2,0 ΔE00 bei Primär- und Sekundärfarben.
  • Beständigkeit: Licht- und Abriebfestigkeit der gedruckten Proofs.
  • Sonderfarben: simulierte Volltöne höchstens 2,5 ΔE00; nicht simulierbare Sonderfarben kennzeichnen und ein physisches Muster beilegen.

Toleranzen für den Medienkeil

KriteriumISO 12647-7:2016 (ΔE00)ISO 12647-7:2007 (ΔE*ab)
Papierweiß≤ 3,0≤ 3
alle Felder, Mittelwert≤ 2,5≤ 3
alle Felder, Maximum≤ 5,0≤ 6
Primärfarben-Volltöne≤ 3,0≤ 5
Primärfarben, Buntton (ΔH)≤ 2,5≤ 2,5
BuntgrauΔCh Mittel ≤ 2,0, Max ≤ 3,5ΔH Mittel ≤ 1,5
Sonderfarben-Volltöne≤ 2,5–

Die Gegenüberstellung folgt Tabelle 30 des MedienStandard Druck 2018. Die Werte beider Ausgaben sind nicht ineinander umrechenbar, weil sich die Formel geändert hat. Ein Proof, der nach der Ausgabe 2013 bestanden hat, kann nach 2016 durchfallen und umgekehrt – darauf weist die Norm selbst hin.

Wie lässt sich feststellen, ob ein Proof der Norm entspricht?

  1. Medienkeil vorhanden und gemessen: Am Bogenrand steht ein Ugra/Fogra-Medienkeil, und das Ergebnis ist dokumentiert.
  2. Auswertung nach ISO 12647-7:2016: Im Protokoll steht ΔE00, und alle Kriterien der Tabelle oben sind bestanden.
  3. Druckbedingung passt: Die simulierte Druckbedingung ist die Ihrer Druckerei, etwa PSO Coated v3.
  4. Statusinformationen vollständig: Ersteller, Datei, Datum, Uhrzeit, Proofsystem, Materialien und Profil sind angegeben.

Damit ist die Farbgenauigkeit des einzelnen Bogens belegt. Die Anforderungen an das Proofsystem – Homogenität, Wiederholbarkeit, Beständigkeit – lassen sich am einzelnen Bogen nicht prüfen. Die Norm unterscheidet deshalb in Anhang A zwischen einem Proof für den Vertrag, einem zertifizierten Proofsystem und der Prüfung eines Proofs im Feld nur anhand des Kontrollstreifens. Mehr dazu im Beitrag Contract Proof.

Häufige Fragen zur ISO 12647-7

Gibt es eine neue ISO 12647-7?

Aktuell maßgeblich ist die Ausgabe ISO 12647-7:2016, die nach der regelmäßigen Überprüfung bestätigt wurde. Eine neuere Ausgabe ist uns nicht bekannt. Prüfen Sie den aktuellen Stand im Normenkatalog der ISO oder beim DIN Media Verlag.

Was hat sich mit der Ausgabe 2016 geändert?

Vor allem die Farbabstandsformel: Statt ΔE*ab werden alle Abweichungen in ΔE00 (CIEDE2000) berechnet und angegeben. Dazu kamen eine überarbeitete Substratauswahl mit Fluoreszenzstufen und eine Grundunterstützung für Sonderfarben.

Welche Toleranzen gelten nach ISO 12647-7:2016?

Für den Medienkeil unter anderem: Papierweiß ≤ 3,0 ΔE00, Mittelwert aller Felder ≤ 2,5 ΔE00, Maximum ≤ 5,0 ΔE00, Primärfarben-Volltöne ≤ 3,0 ΔE00, Buntgrau ΔCh im Mittel ≤ 2,0.

Was ist der Unterschied zwischen ISO 12647-2 und ISO 12647-7?

ISO 12647-2 beschreibt den Offsetdruck selbst, also die Druckbedingung. ISO 12647-7 beschreibt den digitalen Proof, der diese Druckbedingung simuliert.

Wo kann ich die Norm kaufen?

Bei der ISO und in Deutschland beim DIN Media Verlag. Der MedienStandard Druck des bvdm fasst die für die Praxis wichtigsten Toleranzen frei zugänglich zusammen.

Fachliche Quellen

Proofs nach ISO 12647-7:2016 mit gemessenem Medienkeil bestellen Sie bei proof-drucken.de im Bestellprozess.