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Fachwissen

Softproof vs. Hardproof

Softproof am Monitor oder Hardproof auf Papier? Vergleichstabelle, Normen und wann welcher Proof für die Freigabe reicht.

Von Hirsch Printmedien

Historische Hardproof-Bestellmaske auf einem Tablet mit älteren Preis- und Profilangaben
Wählen Sie Softproof oder Hardproof passend zur Farbkontrolle und zur vereinbarten Freigabe.

Kurzantwort: Ein Softproof simuliert das Druckergebnis auf einem kalibrierten Monitor, ein Hardproof ist ein gedruckter Prüfdruck auf Proofpapier. Für schnelle Layout- und Bildkontrollen genügt oft der Softproof. Für eine farbverbindliche Freigabe, die mehrere Beteiligte gemeinsam unter Normlicht beurteilen und messtechnisch belegen können, dient ein nach ISO 12647-7 geprüfter Hardproof als Referenz; die Verbindlichkeit regeln Auftraggeber und Druckerei. Ein Teil der Prüfung ist die Farbkontrolle: Sein Medienkeil wird gemessen und darf im Mittel höchstens 2,5 ΔE00 von den Sollwerten abweichen; Papierweiß, Primärfarben und Maximum haben eigene Grenzen. Ein bestandener Medienkeil allein belegt nicht sämtliche Normanforderungen.

Ein Hardproof bei proof-drucken.de kostet ab 7,90 € je Seite im Format DIN A5 (inkl. 19 % MwSt., deutsche Bruttobasis). Stand: 9. Oktober 2026.

Softproof und Hardproof im Vergleich

MerkmalSoftproof (Monitor)Hardproof (gedruckter Proof)
Mediumkalibrierter, möglichst farbraumstarker MonitorInkjet-Proof auf Proofpapier
Relevante NormenISO 12646 (Monitore), ISO 14861 (Softproof-Systeme)ISO 12647-7 (Contract Proof)
NachweisMonitorkalibrierung und -validierung am ArbeitsplatzMedienkeilmessung jeder Seite; Prüflabel formatabhängig je Seitengruppe
Abhängig vonMonitor, Umgebungslicht, Blickwinkel, BetrachterBetrachtungslicht (Normlicht D50)
Weitergabenur sinnvoll, wenn der Empfänger ebenso kalibriert istphysisch an Kunde und Druckerei, als Referenz an der Maschine
Zeit und Kostensofort, ohne MaterialDruck und Versand; Termin abhängig von Versandart, Annahmeschluss und Zahlungsart
Typischer EinsatzBildbearbeitung, interne Abstimmung, LayoutkontrolleKundenfreigabe, Farbreferenz für den Druck, Reklamationsvorsorge

Softproof: Voraussetzungen

Ein Softproof ist nur so gut wie sein Arbeitsplatz. Der MedienStandard Druck des bvdm nennt dafür als Bausteine einen hardwarekalibrierbaren Wide-Gamut-Monitor, der möglichst gut gegen Umgebungslicht abgeschirmt ist, ein ICC-Monitorprofil, eine dimmbare Abmusterungsbeleuchtung zum Vergleich mit Drucken und ein spektrales Messgerät. In der Praxis sollten Einrichtung und Aktualität des Monitorprofils regelmäßig kontrolliert werden. Die Druckbedingung wird mit dem Standardprofil der vereinbarten Druckbedingung simuliert, zum Beispiel PSO Coated v3.

Auch dann bleiben Grenzen: Ein Monitor leuchtet selbst, Papier reflektiert Licht. Papierweiß, Glanz und optische Aufheller lassen sich am Bildschirm nur annähern. Zwei Personen an zwei Monitoren sehen ohne gemeinsame Kalibrierung nicht dasselbe Bild.

Hardproof: Voraussetzungen

Ein farbverbindlicher Hardproof simuliert die Druckbedingung auf einem passenden Proofpapier und trägt einen mitgedruckten Fogra-Medienkeil. Die Messung dokumentiert, ob Papierweiß, Primärfarben, Buntgrau und die übrigen Kontrollfelder die Medienkeil-Toleranzen einhalten (bvdm, Tabelle 30). Weitere Anforderungen der ISO 12647-7 belegt sie nicht. Der Proof lässt sich neben den Auflagendruck legen und unter Normlicht D50 vergleichen – an jedem Ort mit derselben Beleuchtung.

Wann reicht welches Verfahren?

  • Softproof genügt für Textkorrekturen, Bildausschnitt, Platzierung, Vorabkontrolle von Farbkonvertierungen und interne Zwischenstände.
  • Hardproof ist sinnvoll bei Kundenfreigaben, Markenfarben, Hauttönen, Verpackungen, Katalogen, Serien und immer dann, wenn die Druckerei eine Farbvorlage für die Maschine braucht.
  • Beides kombinieren: Softproof für die laufende Arbeit, ein Hardproof für den finalen Stand. So bleibt die Zahl der gedruckten Proofs klein.

Wenn eine Druckerei „Softproof-to-Press“ anbietet, also eine Abstimmung am kalibrierten Monitor am Leitstand der Druckmaschine, ist das eine Vereinbarung zwischen Ihnen und der Druckerei. Klären Sie vorab, welche Referenz im Zweifel gilt.

So kombinieren Sie Softproof und Hardproof

  1. Druckbedingung klären: Lassen Sie sich von der Druckerei das Profil nennen, zum Beispiel PSO Coated v3 oder PSO Uncoated v3.
  2. Softproof einrichten: Stellen Sie in Photoshop, InDesign oder Acrobat genau dieses Profil als Proof-Bedingung ein und aktivieren Sie die Simulation von Papierfarbe und Schwarz.
  3. Zwischenstände am Monitor prüfen: Bildbearbeitung, Konvertierung, Überdrucken und Farbumfang-Warnung kontrollieren Sie am kalibrierten Monitor.
  4. Finalen Stand drucken lassen: Für die Freigabe bestellen Sie einen Hardproof derselben Druckbedingung aus genau der PDF-Datei, die in den Druck geht.
  5. Unter Normlicht vergleichen: Beurteilen Sie den Hardproof unter D50-Normlicht. Ein Vergleich mit dem Monitor gelingt an einem validierten Softproof-Arbeitsplatz mit passender Abmusterungsbeleuchtung; ein beliebiger Bildschirm daneben ist keine gemeinsame Farbreferenz.

Häufige Fragen zu Softproof und Hardproof

Ist ein Softproof farbverbindlich?

Nur unter kontrollierten Bedingungen und nur, wenn alle Beteiligten das vereinbaren. Als Farbvorlage, die man der Druckerei mitgibt und an der Maschine neben den Bogen legt, dient in der Regel der gedruckte Proof.

Was kostet ein Hardproof?

Bei proof-drucken.de ab 7,90 € je Seite (DIN A5), DIN A4 9,20 €, DIN A3 16,90 €, DIN A2 25,90 €, jeweils inkl. 19 % MwSt. auf deutscher Bruttobasis, zuzüglich Versand. Den Endbetrag für Österreich beziehungsweise im Nettomodus zeigt der Bestellprozess. Details stehen unter Was kostet ein Proof?.

Welche Normen gelten für den Softproof?

ISO 12646 beschreibt Monitore für die Farbbeurteilung, ISO 14861 die Anforderungen an Softproof-Systeme. Der gedruckte Contract Proof fällt unter ISO 12647-7.

Brauche ich für den Softproof ein Profil?

Sie brauchen das Monitorprofil Ihres kalibrierten Bildschirms und das Profil der zu simulierenden Druckbedingung. Zusätzlich müssen die Quelldaten einem passenden Farbraum zugeordnet sein. Ohne Druckprofil zeigt der Monitor nur die Datei, nicht das zu erwartende Druckergebnis.

Fachliche Quellen

Für die finale Freigabe bestellen Sie Ihren Hardproof bei proof-drucken.de im Bestellprozess in einer von vier Druckbedingungen.