Im Proofing unterscheidet man zwei grundlegende Verfahren: den Softproof (Bildschirm-Proof) und den Hardproof (gedruckter Proof auf Papier). Beide haben ihre Berechtigung — je nach Anwendungsfall und Qualitätsanspruch.
Softproof — die schnelle Vorschau
Beim Softproof wird das Druckergebnis auf einem kalibrierten Monitor simuliert. Die Software rechnet die Datei über das entsprechende ICC-Profil um und zeigt eine Vorschau des zu erwartenden Farbumfangs.
- Vorteile: Sofort verfügbar, kostenlos, ideal für schnelle Layout-Checks
- Nachteile: Monitorabhängig, keine Papiersimulation, nicht farbverbindlich, Umgebungslicht beeinflusst die Wahrnehmung
Hardproof — die verbindliche Referenz
Der Hardproof ist ein physischer Ausdruck auf speziellem Proofpapier. Er simuliert nicht nur die Farben, sondern auch den Papierweißton und den Farbumfang des Zieldruckverfahrens.
- Vorteile: Farbverbindlich, papiernahe Darstellung, als Contract Proof nutzbar, unabhängig von Monitorkalibrierung
- Nachteile: Kosten und Lieferzeit, nur für finale Freigabe sinnvoll
Wann reicht welches Verfahren?
Für interne Abstimmungen und schnelle Kontrollen von Layout, Textfluss und Bildplatzierung genügt ein Softproof. Sobald es um farbkritische Entscheidungen, Kundenfreigaben oder die verbindliche Druckvorlage geht, sollten Sie immer einen zertifizierten Hardproof einsetzen. Besonders bei Markenfarben, Verpackungen und hochwertigen Imagedrucksachen ist der Hardproof unverzichtbar.
