Farbmanagement (Color Management) ist das System aus Profilen, Einstellungen und Prozessen, das dafür sorgt, dass Farben über verschiedene Geräte hinweg möglichst konsistent dargestellt werden. Ohne Farbmanagement würde das gleiche Bild auf jedem Monitor, Drucker und Proofsystem anders aussehen.
Warum sehen Farben überall anders aus?
Jedes Gerät stellt Farben auf seine eigene Weise dar:
- Monitore arbeiten mit Licht (RGB) und haben einen großen Farbumfang
- Offsetdruckmaschinen arbeiten mit Druckfarben (CMYK) und einen deutlich kleineren Farbumfang
- Proofdrucker verwenden spezielle Tinten und müssen das Verhalten der Offsetmaschine simulieren
Diese unterschiedlichen Farbräume führen dazu, dass ein leuchtend grüner Ton am Bildschirm im Druck matt und gedeckt wirken kann.
Wie funktioniert Farbmanagement?
Das Farbmanagement nutzt ICC-Profile als Übersetzer zwischen den Geräten. Jedes Profil beschreibt den Farbumfang und das Farbverhalten eines bestimmten Geräts oder Druckverfahrens. Ein Color Management Module (CMM) rechnet die Farben mithilfe dieser Profile von einem Farbraum in den anderen um — über den geräteunabhängigen Lab-Farbraum als Vermittler.
Farbmanagement im Proof-Workflow
Beim Proofing ist das Farbmanagement besonders kritisch. Die Proof-Software muss den exakten Farbumfang des Zieldruckverfahrens auf dem Proofdrucker nachbilden. Dazu verwendet sie das ICC-Profil des Druckstandards (z. B. ISOCoatedV2) und das Geräteprofil des Proofdruckers. Nur wenn beide Profile korrekt sind und die Software richtig konfiguriert ist, entsteht ein farbverbindlicher Proof.
