Kurzantwort: RGB (Rot, Grün, Blau) ist das Farbmodell für Licht – Monitore, Kameras und Scanner arbeiten damit. CMYK (Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz) ist das Farbmodell für den Druck mit vier Prozessfarben. Druckdaten sollten deshalb vor der Ausgabe mit dem ICC-Profil der Druckbedingung in CMYK umgerechnet werden, zum Beispiel mit PSO Coated v3 für gestrichenes Papier. Bei proof-drucken.de werden RGB-Anteile im PDF mit einer begrenzten Upload-Farbanalyse geprüft und vor dem Proof automatisch in CMYK gewandelt; für eine gemeinsame Farbreferenz müssen Proof und Auflagendruck dieselbe vereinbarte Umrechnung verwenden. Das ist bei kontrollierter CMYK-Anlieferung ebenso möglich wie in einem abgestimmten Late-Binding-Workflow. Stand: 9. Oktober 2026.
RGB: das Lichtmodell
RGB ist ein additives Farbmodell: Rotes, grünes und blaues Licht addieren sich, alle drei mit voller Intensität ergeben Weiß. RGB-Werte sind nur zusammen mit einem Farbraum eindeutig – sRGB, Adobe RGB (1998) oder eciRGB v2 beschreiben unterschiedlich große Farbräume. Ein RGB-Bild ohne eingebettetes Profil lässt offen, welche Farben gemeint sind.
CMYK: das Druckmodell
CMYK ist ein subtraktives Farbmodell: Lasierende Druckfarben auf weißem Papier schlucken Teile des Lichts. Je mehr Farbe übereinander gedruckt wird, desto dunkler wird es. Schwarz (K) kommt hinzu, weil sich aus Cyan, Magenta und Gelb allein kein neutrales, sattes Schwarz drucken lässt und weil Schwarz Farbe spart. Welche Farbe ein CMYK-Wert erzeugt, hängt von der Druckbedingung ab: 100 % Cyan auf gestrichenem Papier sieht anders aus als auf Naturpapier.
RGB und CMYK im Vergleich
| Merkmal | RGB | CMYK |
|---|---|---|
| Prinzip | additiv, Licht | subtraktiv, Druckfarbe auf Papier |
| Einsatz | Monitor, Web, Kamera, Bildbearbeitung | Offset- und Digitaldruck |
| Weiß entsteht durch | volle Intensität aller drei Kanäle | das unbedruckte Papier |
| Farbumfang | je nach Farbraum groß, sehr gesättigte Blau-, Grün- und Orangetöne möglich | teilweise kleiner; RGB- und CMYK-Farbräume überlappen, keiner umfasst immer den anderen |
| Eindeutig durch | RGB-Profil, zum Beispiel sRGB oder eciRGB v2 | Ausgabeprofil, zum Beispiel PSO Coated v3 (FOGRA51) |
| Maximaler Farbauftrag | keine Bedeutung | begrenzt, im Bogenoffset meist 300 % |
Was passiert bei der Umrechnung von RGB nach CMYK?
Bei der Konvertierung rechnet das Farbmanagement RGB-Farben über einen geräteunabhängigen Verbindungsraum (CIELAB oder CIEXYZ) in die Zieldruckbedingung um. Farben außerhalb des CMYK-Farbumfangs werden je nach Rendering Intent auf druckbare Werte abgebildet. Das ICC-Profil legt dabei auch den Separationsaufbau fest: wie viel Schwarz eingesetzt wird und welcher Gesamtfarbauftrag nicht überschritten werden darf. Die Standardprofile PSO Coated v3 und PSO Uncoated v3 begrenzen ihn auf 300 %.
Typische sichtbare Folgen:
- Leuchtende Blau-, Grün- und Orangetöne wirken gedeckter.
- Feine Abstufungen in sehr gesättigten Bereichen können zusammenfallen.
- Reines RGB-Schwarz (0/0/0) kann je nach Profil und Umrechnung zu einem vierfarbigen Schwarz werden – für kleine Schrift ungünstig, siehe Schwarz im Druck.
- Graue Flächen können je nach Separationsaufbau Anteile mehrerer Prozessfarben erhalten und dadurch im Druck leichter einen Farbstich zeigen.
Wann und wo umrechnen?
Es gibt zwei saubere Wege. Beim frühen Umrechnen („Early Binding“) separieren Sie Bilder und Layout selbst mit dem Profil der Druckbedingung und liefern ein CMYK-PDF, etwa als PDF/X-1a oder PDF/X-4. Beim späten Umrechnen („Late Binding“) bleiben Bilder in RGB mit eingebettetem Profil, und die Umrechnung erfolgt erst bei der Ausgabe – das setzt ein PDF/X-Format mit RGB-Unterstützung, meist PDF/X-4, und eine klare Absprache mit der Druckerei voraus. Für einen farbverbindlichen Proof gilt in beiden Fällen: Proof und Auflage müssen aus denselben CMYK-Werten entstehen. Rechnet die Druckerei später anders um als der Proof-Workflow, sind Unterschiede möglich.
Deshalb empfehlen wir, Druckdaten als fertiges CMYK-PDF, gegebenenfalls mit Sonderfarben, zu liefern. Erkennt die begrenzte Farbanalyse beim Upload RGB-Anteile, weist Sie der Bestellprozess darauf hin. Ein ausbleibender Hinweis bestätigt nicht, dass alle Inhalte CMYK sind. Vor dem Proof werden RGB-Anteile automatisch gewandelt.
Häufige Fragen zu CMYK und RGB
Kann ich RGB-Daten für einen Proof hochladen?
Ja. RGB-Anteile werden vor dem Proof automatisch in CMYK gewandelt. Die Umrechnung einer anderen Druckerei kann aber abweichen. Liefern Sie deshalb möglichst dieselbe CMYK-Datei, die auch gedruckt wird.
Welches CMYK-Profil soll ich verwenden?
Das Profil der Druckbedingung, die Ihre Druckerei vorgibt. Für Bogenoffset stehen PSO Coated v3 (FOGRA51, gestrichen und mäßig aufgehellt) und PSO Uncoated v3 (FOGRA52, holzfrei ungestrichen und stark aufgehellt) zur Verfügung. Nicht jedes ungestrichene Papier passt zu FOGRA52. Klären Sie die Referenz mit der Druckerei; weitere Hinweise bietet Welches Proofprofil brauche ich?.
Warum wirken meine Farben im Druck blasser als am Monitor?
Der Monitor leuchtet selbst und kann je nach Monitor und Farbraum sehr gesättigte Farben darstellen, etwa leuchtende Blautöne. Zudem verändert die Umrechnung Farben außerhalb des druckbaren Farbraums. Ein gewöhnlicher Bildschirm ohne validierten Softproofprozess zeigt nur eine Tendenz. Ein geprüfter gedruckter Proof dient als gemeinsame Farbreferenz.
Ist CMYK 0/0/0/100 dasselbe wie RGB 0/0/0?
Nein. 100 % K ist reines Prozessschwarz. RGB 0/0/0 kann bei der Konvertierung je nach Profil zu einem Schwarz aus allen vier Farben mit hohem Farbauftrag werden.
Fachliche Quellen
- bvdm: MedienStandard Druck 2018, Farbformate, Arbeitsfarbräume und maximale Tonwertsumme
- European Color Initiative (ECI): eciRGB v2 und Offsetprofile
- International Color Consortium: ICC.1:2022
- ISO 15930-7:2010 – PDF/X-4
Prüfen Sie Ihre CMYK-Daten vor dem Druck mit einem farbverbindlichen Proof in einer der vier bestellbaren Referenz-Druckbedingungen, passend zur Vorgabe Ihrer Druckerei.
