Der Rendering Intent (Wiedergabeabsicht) bestimmt, wie das Farbmanagement mit Farben umgeht, die beim Wechsel zwischen Farbräumen nicht 1:1 übertragen werden können. Es gibt vier verschiedene Methoden — für Proofs sind vor allem zwei relevant.
Relativ farbmetrisch (Standard für Proofs)
Beim relativ farbmetrischen Rendering Intent werden alle Farben, die im Zielfarbraum darstellbar sind, exakt übernommen. Farben außerhalb des Zielfarbraums werden auf die nächstliegende darstellbare Farbe abgebildet. Zusätzlich wird der Weißpunkt des Quellfarbraums an den Weißpunkt des Zielfarbraums angepasst.
Diese Methode ist der ISO-Standard für Proofing, weil sie die Farben möglichst originalgetreu wiedergibt und die Papierfarbsimulation ermöglicht.
Perzeptiv (wahrnehmungsbasiert)
Der perzeptive Rendering Intent komprimiert den gesamten Quellfarbraum proportional in den Zielfarbraum. Dabei bleiben die Verhältnisse zwischen den Farben erhalten, auch wenn alle Farben leicht verändert werden.
- Vorteil: Weiche Übergänge bleiben erhalten, keine harten Abrisse
- Nachteil: Auch Farben, die exakt darstellbar wären, werden verschoben
Wann welche Methode?
- Relativ farbmetrisch: Standardwahl für Proofs und Druckdaten — maximale Farbtreue
- Perzeptiv: Sinnvoll bei Fotos mit vielen Out-of-Gamut-Farben, wenn weiche Farbverläufe wichtiger sind als absolute Genauigkeit
- Absolut farbmetrisch: Simuliert auch die exakte Papierfarbe des Druckpapiers — für spezielle Proof-Anwendungen
In den meisten Fällen ist der relativ farbmetrische Rendering Intent die richtige Wahl für Ihren Proof.
