Wenn Ihre Druckerei ein bestimmtes Profil vorgibt, verwenden Sie genau dieses Profil, sofern es zu den vier im Shop wählbaren Referenzen gehört. Andere Vorgaben klären Sie vor der Bestellung mit der Druckerei. Die folgende Orientierung betrifft Bogenoffset-Referenzen. Bei Rollenoffset, Digitaldruck und Karton ist die geeignete Referenz gesondert mit der Druckerei abzustimmen. Wenn keine Vorgabe vorliegt, sind Druckverfahren und späteres Druckpapier zu klären: gestrichen oder ungestrichen, klassischer Standard oder moderner Standard mit optischen Aufhellern.
Die schnelle Orientierung
| Druckpapier | Passendes Proofprofil | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Gestrichenes Papier; Druckerei gibt die ältere M0-Referenz FOGRA39 vor | ISO Coated v2 / FOGRA39 | Klassische Flyer, Broschüren, Geschäftsdrucksachen auf Bilderdruckpapier |
| Gestrichenes Papier mit mäßiger optischer Aufhellung; Druckerei gibt FOGRA51 vor | PSO Coated v3 / FOGRA51 | Moderne Bilderdruckpapiere, aktuelle Offsetdruck-Standards |
| Weißes ungestrichenes Papier; Druckerei gibt die ältere M0-Referenz FOGRA47 vor | PSO Uncoated ISO12647 / FOGRA47 | Briefbogen, Naturpapier, ungestrichene Umschläge und Karten |
| Ungestrichenes Papier mit starker optischer Aufhellung | PSO Uncoated v3 / FOGRA52 | Moderne ungestrichene Papiere, wenn die Druckerei den V3-Standard vorgibt |
Warum ist das Profil so wichtig?
Ein Proof simuliert nicht einfach „schöne Farben“, sondern ein konkretes Druckverfahren auf einem konkreten Papiertyp. Das Profil legt fest, welche Farben im späteren Druck erreichbar sind, wie Papierweiß wirkt und wie kräftig Bilder, Grautöne und Flächen erscheinen.
Wählen Sie ein zu optimistisches Profil, kann der Proof zu brillant aussehen. Wählen Sie ein zu gedecktes Profil, wirkt das Ergebnis matter als nötig. Das Proofprofil richtet sich nach der vereinbarten Druckbedingung. Das Proofsubstrat muss für die Simulation dieser Referenz geeignet sein; es ist keine freie Wahlgröße im Bestellprozess.
Wenn die Druckerei ein Profil vorgibt
Die Vorgabe der Druckerei hat Vorrang. Steht in den Druckdaten-Anforderungen zum Beispiel „PDF/X-4, PSO Coated v3“ oder „ISO Coated v2“, wählen Sie im Proof genau dieses Profil. Im Shop sind FOGRA39, FOGRA47, FOGRA51 und FOGRA52 wählbar. Bei einer anderen Vorgabe klären Sie vorab mit der Druckerei, ob eine dieser Referenzen vereinbart werden kann. Dann prüfen Sie nicht irgendeinen Standard, sondern die tatsächliche Zielbedingung der späteren Produktion.
Wenn keine Vorgabe vorliegt
Fragen Sie zuerst nach dem Papier. Wird im Bogenoffset auf gestrichenem Bilderdruckpapier gedruckt, ist PSO Coated v3 der aktuelle Standard; ISO Coated v2 bleibt bei entsprechenden Altdaten oder einer Druckereivorgabe relevant. Für passende ungestrichene Papiere ist PSO Uncoated v3 die aktuelle Referenz; PSO Uncoated ISO12647 bleibt für Altdaten oder eine entsprechende Druckereivorgabe relevant. PSO Coated v3 ist dabei nicht automatisch „besser“, sondern vor allem dann passend, wenn Druckerei, Messbedingung und Papierstandard auf den neueren V3-Workflow abgestimmt sind. Bei Unsicherheit ist ein kurzer Anruf bei der Druckerei besser als ein Proof mit falscher Simulation.
Sobald das Profil feststeht, können Sie Proof-Format und Preis wählen.
Fachliche Quellen
- European Color Initiative (ECI): PSO Coated v3 und PSO Uncoated v3
- Fogra: Charakterisierungsdaten FOGRA39, FOGRA47, FOGRA51, FOGRA52
- ICC-Register: FOGRA51
- bvdm: MedienStandard Druck 2018, Tabellen 3 und 29 (Papierklassen, Standardprofile und Proofsubstrate)
Einen farbverbindlichen Proof in der passenden Druckbedingung bestellen Sie bei uns in den Formaten DIN A5 bis DIN A2.
